Weibliche B-Jugend in den Final Four der deutschen Handballelite

Sauerland-CupNach zwei Wochen Handballpause sozusagen zur Einstimmung und Fitmacher auf die Saison reisten 13 B-Jugendmädchen am 03.01.2015 nach Menden im Sauerland. Der Sauerlandcup hatte geladen – eines der renommierteste Jugendturniere Deutschlands.

Eine solch große Ehre, unter den stärksten Mannschaften Deutschlands auflaufen zu dürfen, durften wir nicht ausschlagen, zumal es mit 25 Jahre Sauerlandcup noch ein Jubiläumstermin war. 25 weibliche B-Jugendmannschaften waren angekündigt.

Als wir die Namen unserer Vorrundengegner lasen, rutschte uns allerdings das Herz in die Hose. Schwerte/Westhofen (Tabellenführer der Oberliga Westfalen mit 10:0 Punkten und 143 Toren Differenz), Markranstädt (dritter in der Sachsenliga hinter Leipzig und Zwickau), Oberhausen und Kif Kolding (Spitzenverein aus Holland – die Damenmannschaft war schon Europapokalssieger) schienen zumindest vom Namen her eine andere Liga zu spielen. Mannschaftsanhang und Spielerinvater Markus unkte daher schon „Ich glaub, die Mädels bekommen in Menden mal gezeigt, was Handball ist“. Mit „soviel“ Selbstvertrauen im Gepäck konnte ja nichts schiefgehen.

Endlich begann das erste Spiel. Schwerte/Westhofen war dynamisch, schnell und technisch ausgereift. Dennoch gingen unsere B-Mädchen durch Alicia Soffel 1:0 in Führung. Bis zum 4:4 war das Spiel sodann völlig ausgeglichen, ehe sich Schwerte auf 6:10 absetzte. Treffer von Theresa Horstmann, Elena Taboada-Meyer und Dorina Nahm brachten uns wieder ran und in Führung. Schwerte glich zwar noch einmal aus, aber mit weiteren Treffern von Alicia und Theresa war das Spiel beim 15:12 kurz vor Schluss entschieden und Schwerte konnte nur noch Ergebniskosmetik zum 15:13 betreiben.

Nächster Gegner Markranstädt schien zunächst wenig Paroli bieten zu können. Mit 5:1 gingen unsere Mädchen in Führung. Auch beim 8:5 und 9:6 lief noch alles planmäßig. Dann kippte das Spiel. Markranstädt glich zum 10:10 aus und ging fortan immer mit einem Tor in Führung, ehe die Boudenheimerinnen ausgleichen konnten. Leider auch in der letzten Spielminute und der Schlusspfiff ereilte uns kurz vor dem erhofften Ausgleich.

Nun ging es gegen die dänische Spitzenmannschaft Kolding. Diese erwiesen sich als nicht so gefährlich wie befürchtet und durch Treffer von Theresa Horstmann, Dorina Nahm, Elena Taboada-Meyer, Alicia Soffel und Katharina Lennartz wurde ein zu keinem Zeitpunkt gefährdeter 14:8-Sieg eingefahren. Alle Mädels, von B1 oder B2 hatten bis dahin Spielanteile bekommen, die B2-Spielerinnen aber eigentlich nie auf ihren Positionen und mit ausreichend Spielzeiten. Da das Turnier jedoch auch für die B2 – Mädels eine Vorbereitung auf die Rückrunde darstellen sollte, keimte der Gedanke, die B2 als solche auch einmal spielen zu lassen. Das nächste Spiel gegen Oberhausen bot sich insofern an, als bis dahin Kolding alle Spiele verloren hatte und somit als Gruppenfünfter feststand und schon der vierte Platz zum Weiterkommen berechtigte. Zudem bot das Reglement die für unsere Situation besondere Spitzfindigkeit, dass der Tabellenvierte zusammen mit dem Tabellenersten in eine Gruppe der Zwischenrunde kommen sollte und der Tabellenzweite mit dem Tabellendritten in eine andere. Die gegeneinander erzielten Vorrundenpunkte würden mit genommen. Selbst bei einem Unterliegen mussten wir zwar von einer starken Zwischenrundengruppe ausgehen, aber dafür einer Ausgangsbilanz von 2:0 Punkten aufgrund des Sieges über den zwischenzeitlichen Tabellenführer Schwerte/Westhofen.

Doch nach einer Niederlage sah es zunächst auch bei unseren B2 – Mädels nicht unbedingt aus. Treffer von Marisa Marks und Tessi Jakob hielten das Spiel bis zum 4: 4, 6:7 und 7:8 ausgeglichen. Dann konnten auch Treffer von Johanna Sutor und Birgit Krämer wie auch engagierte Abwehraktionen von Nina Schweisfurth und überlegte Anspiele von Jacqueline Schneider eine deutliche Niederlage 13:19 nicht mehr verhindern.

Damit zogen wir also als Tabellenvierter mit 2:0 Punkten in die Zwischenrunde zusammen mit Schwerte, Berlin Lichtenrade und Bad Schwartau ein.

Nach einer kurzen Nacht im Klassenraum einer Schule ging es sodann gegen Lichtenrade los. Schwerte/Westhofen hatte zuvor gegen Bad Schwartau bereits gezeigt, heute nichts anbrennen lassen zu wollen.

Leider liefen die Mädchen bis zum 6:6 ständig einem knappen Rückstand hinterher und schienen mit der Spielweise der Mädels aus Lichtenrade ihre Probleme zu haben. Vorne und insbesondere hinten in der Abwehr legten die Berlinerinnen eine erhebliche Körperlichkeit an den Tag. Von Stoßen, Reißen und Schupsen war alles vertreten und leider ahndeten die Schiedsrichter dies nicht ausreichend. Wir zeigten uns davon beeindruckt und verloren etwas an Durchschlagskraft, was uns beim 11:12 Endstand zwei wertvolle Punkte kostete. Nach dem erwarteten deutlichen Sieg von Schwerte gegen Lichtenrade war klar, dass nur ein möglichst deutlicher Sieg gegen Bad Schwartau uns noch als erst-, zweit,- oder drittbester Zweiter ins Viertelfinale einziehen lassen konnte. Die Mannschaft agierte also höchst konzentriert. Eine souveräne Abwehr und selbstbewusste Aktionen im Angriff sorgten für die schnelle 3:0 Führung, die durch Treffer von Tessi Jakob, Alicia Soffel, Elena Taboada-Meyer, Theresa Horstmann und vor allem Katharina Lennartz auf den respektablen Endstand von 21:12 ausgebaut wurde. Damit war das Erreichen des Viertelfinales geschafft, jedoch mit Dorina Nahm unsere Stammkreisläuferin mit einem später diagnostizierten Mittelhandbruch ausgefallen.

Zu unserem Entsetzen stand wieder Schwerte/Westhofen auf dem Programm und die waren sichtlich motiviert, uns als Revanche für den Sieg in der Vorrunde und die 0:2-Bürde in der Zwischenrunde nach allen Regeln der Handballkunst abzufertigen. Das ganze Spiel lagen wir zunächst knapp, dann deutlich bis 7:12 und 8:13 hinten. Dann, etwa drei Minuten vor Schluss verkürzte Tessi Jakob zum 9:13, Theresa Horstmann sodann zum 10:13 etwa zwei Minuten vor Schluss, Michelle Nicolay vernagelte förmlich das Tor, Birgit Krämer traf von links Außen zum 11:13, Denise Kremer, die Dorina Nahm vorne und hinten würdig vertrat, erzielte in der Schlussminute das 12:13, ehe Alicia Soffel in den letzten Sekunden per Gegenstoß zum 13:13 traf und das Spiel abgepfiffen wurde.

Siebenmeterwerfen! Allein diese Ansage trieb manchen unserer Mädels bereits die Tränen in die Augen. Zu schlechte Erinnerungen gab es. Die Teamunke Markus tickerte bereits „Das war’s“, noch bevor mit Michelle Nicolay unsere Torfrau selbst zu Siebenmeterlinie trat. Sie traf, die Gegner hielten dagegen, auch Alicia Soffel versenkte weinend ihren Ball und die Gegner zogen nach. Einer Gewohnheit folgend knallte Theresa Hostmann den Ball mit Lattenberührung ins Tor. Michelle Nicolay parierte. Katharina Lennartz scheiterte, Michelle Nicolay parierte. Elena Taboada-Meyer verwarf, Michelle Nicolay hielt und sicherte somit den Einzug ins Halbfinale.

Die besten vier Teams des Sauerlandcups und wir mittendrin!

Dann ging es gegen Dortmund, die auf Rückraum links eine Nationalspielerin aufweisen konnten. Dies schien unsere Rückraum links Alicia Soffel förmlich zu beflügeln. Mit 2:0 brachte sie uns in Führung und Michelle Nicolay schien Gefallen am Bälle entschärfen gefunden zu haben. Auch Elena Taboada Meyer, Theresa Horstmann und Katharina Lennartz zeigten ihre Qualitäten als Dortmund sich nicht anders zu helfen wusste, als Alicia Soffel in Manndeckung zu nehmen. 10:3 lagen wir in der 16. von 27 Spielminuten noch in Führung. Leider verließen uns dann die Kräfte und fehlten die Alternativen mit Durchschlagskraft als auch noch Theresa Horstmann angeschlagen das Feld verlassen musste. 13:16 lautete sodann die Niederlage, für die sich die Mädchen angesichts ihrer Vorbelastung und der Verletzungen wahrlich nicht schämen mussten.

Nach nur zehn Minuten Verschnaufen mussten sie im Anschluss noch beim Spiel um Platz 3 gegen Stockelsdorf ran. Der Kader war nun insbesondere an Rückraumspielerinnen stark dezimiert und Alicia Soffel von Beginn an in Manndeckung. Nach dem 3:3 machte sich dies bemerkbar. Bis zum 3:9 konnten wir kein Tor mehr erzielen und den schnellen Angriffen der Mädels aus Stockelsdorf nichts mehr entgegensetzen. Der Endstand von 6:11 war somit mehr als verdient, aber angesichts der Spitzenleistungen vorher auch verschmerzbar. Weniger dagegen der Ausfall von Dorina Nahm, der uns empfindlich treffen wird.

Insgesamt lässt einem ein solches Auftreten der Boudenheimer Mädchen bewundernd aufhorchen und erwartungsvoll auf deren weitere Entwicklung schauen. Denn trotz des phänomenalen Ergebnisses ließen die Spiele noch sehr viel Luft nach oben erkennen…

 

Es spielten: Michelle Nicolay, Alicia Soffel, Theresa Horstmann, Dorina Nahm, Katharina Lennartz, Tessi Jakob, Denise Kremer, Birgit Krämer , Nina Schweisfurth, Jacqueline Schneider, Johanna Sutor, Elena Taboada Meyer und Marisa Marks

3. Bericap-Lauf

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