Porträt in der Rhein-Zeitung: Annika Puhl


Annika Puhl setzt sich im Duell mit der TuS Kirn klasse durch. Foto: Sportfreunde Budenheim/Ingo Fischer

Annika-Puhl-Porträt in der Rhein-Zeitung vom 10. Februar 2018
Länderpokal-Teilnahme krönt die Auswahlkarriere

Idar-Oberstein. Es war ein Abschluss und gleichzeitig das (vorläufige) Highlight einer noch jungen Karriere: Fünfeinhalb Jahre hat Annika Puhl in der Rheinland-Auswahl gespielt, die vergangenen drei Jahre zudem in der Landesauswahl von Rheinland-Pfalz. Mit diesem Team hat die 17-jährige Handballspielerin aus Idar-Oberstein auch in Göppingen am Länderpokal für Mädchen des Jahrgangs 2001 und jünger teilgenommen. Es waren ihre letzten Partien für Rheinland-Pfalz. Denn Annika Puhl hat die Altersgrenze erreicht und kann künftig nicht mehr für ihr Bundesland antreten.


In Göppingen belegten die Rheinland-Pfälzerinnen den 14. Platz unter 20 Teams. Gegen körperlich überlegene Gegnerinnen landeten sie in ihrer Vorrundengruppe auf dem vorletzten Platz. Mit einem Sieg über die Mädchen vom Mittelrhein qualifizierten sie sich für das Spiel um Rang 13, das sie gegen Bremen knapp mit 20:22 verloren. Obwohl es nicht für einen Platz ganz oben gereicht hatte, war allein die Teilnahme an diesem Wettbewerb für die Idar-Obersteinerin ein grandioses Erlebnis. „Der Länderpokal war für mich der Höhepunkt meiner bisherigen Handball-Karriere“, sagt die 17-Jährige. „Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir uns in das Turnier gekämpft und konnten mit einem zufriedenstellenden Ergebnis nach Hause fahren. Auch wenn die vier Tage körperlich anstrengend waren, werde ich die Atmosphäre nie vergessen.“

Angefangen hatte alles bei der SG Idar/Vollmersbach. Die Anregung bekam sie von einer Freundin. „Mit drei, vier Jahren bin ich einfach mal hingegangen“, sagt Puhl. „Und es hat mir Spaß gemacht.“ 2012 erhielt sie eine Einladung zum Stützpunkttraining in Simmern. Dort wurden die Spielerinnen für die Rheinland-Auswahl gesichtet. „Ich war ehrlich überrascht, dass ich berufen wurde“, sagt die Handballerin. „Zumal es damals um den Jahrgang 2000 ging.“ Nachdem sie in den Kader aufgenommen worden war, ging es alle zwei Wochen zum Training nach Koblenz. Dort wurden die Grundlagen gelegt für den nächsten Schritt: die Aufnahme in die Landesauswahl. Zwei Jahre später hatte die Idar-Obersteinerin auch diesen Sprung geschafft. Fernziel war schon damals der Länderpokal.

Ehrgeizig auch in der Schule


Vor anderthalb Jahren wechselte Annika Puhl zur FSG Mainz 05/Budenheim, einem der führenden rheinhessischen Vertreter im Frauen-Handball. Der Aufwand wurde größer. „Nach Simmern und Koblenz bin ich mit anderen Mädels aus der Umgebung, zum Beispiel aus Kastellaun, gefahren“, sagt die 17-Jährige. „Dazu kam auch Training in der Pfalz, beispielsweise in Haßloch. Da haben mich meine Eltern hingebracht. Nach Budenheim fahre ich oft mit dem Zug.“ Dreimal pro Woche, dienstags, mittwochs und freitags ist bei der FSG Training angesagt. Am Wochenende muss Annika Puhl häufig in zwei Teams ran, bei der B-Jugend und in einer der Frauen-Vertretungen der Budenheimer. Dann übernachtet sie vor Ort. An einen Umzug an den Rhein denkt sie derzeit nicht. „Das ist noch keine Option, weil ich in Idar-Oberstein in die Schule gehe“, sagt Puhl. „Nach dem Abitur werde ich schauen, was ich weiter mache. Dann könnte ich mir schon vorstellen, nach Mainz zu ziehen.“ Sie besucht die elfte Klasse am Gymnasium an der Heinzenwies. Ihre Leistungen leiden nicht unter ihrem sportlichen Engagement. „Es klappt eigentlich ganz gut mit der Schule“, sagt die 17-Jährige. „Ich bin in beiden Bereichen ehrgeizig.“

Wenn ihre Teams im Angriff sind, spielt Annika Puhl am Kreis oder auf einer der Außenbahnen. In der offensiven Abwehrformation der FSG nimmt sie die vorgezogene Position ein. Treten die Budenheimerinnen in einem defensiven 6-0 an, findet sie außen oder auf der Halbposition ihren Platz. Sie ist schnell auf den Beinen, hat ein gutes Auge für die Spielsituation, kann ihre Teamkolleginnen motivieren und verfügt über einen platzierten Wurf. „Da habe ich mich auf jeden Fall verbessert“, kommentiert sie ihre Zielgenauigkeit.

Schon einmal Meisterschafts-Luft geschnuppert

In der kommenden Saison rückt die Idar-Obersteinerin in das A-Jugendteam der FSG auf. Das tritt in der Bundesliga an, die allerdings in Turnierform ausgespielt wird. Mit der B-Jugend hat sie schon Deutsche-Meisterschafts-Luft geschnuppert. In der vorigen Runde hatten sich die Budenheimerinnen als Oberliga-Meister für die Vorrunde qualifiziert. Als Gruppenzweite hatten sie aber den Einzug ins Final-Four-Turnier verpasst. Dennoch schätzt die Idar-Obersteinerin diese Erfahrung ähnlich hoch ein wie die Teilnahme am Länderpokal. „Die Atmosphäre in der Halle bei der DM war schon etwas Besonderes“, sagt die 17-Jährige. „In dieser Saison wollen wir wieder Erster in der Oberliga werden, um das Erlebnis noch einmal zu haben.“

Mit der Auswahl ist jetzt aber erst einmal Schluss. In ihrer neuen Altersklasse gibt es keine Ländervertretungen. Der nächste Schritt wäre die Auswahl des Deutschen Handballbunds. Große Hoffnungen, in eine deutsche Nationalmannschaft berufen zu werden, hat sie nicht. „Das ist noch sehr weit weg“, sagt Annika Puhl.


Text: 
Gert Adolphi, mit freundlicher Genehmigung des Rheinzeitungs-Verlags / rz-Reporter GmbH


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