Neuzugänge #3 und #4: Herzlich willkommen in der ERSTEN, Paulaner und Finn!

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„Paulaner“ Baum und Finn Engelmann rücken in die ERSTE auf. Fotos: SFB / Ingo Fischer / Dennis Weißmantel

Die ERSTE verstärkt sich mit zwei Talenten aus der eigenen Jugend

Auf das nächste Level gehoben

Mit Finn Engelmann und Paul „Paulaner“ Baum rücken zwei völlig verschiedene Spielertypen aus der eigenen Jugend in der kommenden Saison in den Oberliga-Kader der Sportfreunde Budenheim auf. "Der Sportfreund" hat mit den beiden Budenheimer Eigengewächsen über Talent, bisherige Sternstunden, Körperlichkeit und ihre Rolle als Youngster in der ersten Herrenmannschaft gesprochen.


Der Sportfreund: Wie war das, als ihr mit dem Handball begonnen habt - war es Liebe auf den ersten Blick?

Paul Baum: Naja, zum Handball gefunden habe ich erst, nachdem ich gemerkt habe, dass Fußball nichts für mich ist. Mein erstes Minitraining in Gonsenheim – da war ich fünf Jahre alt – hat mich auch nicht wirklich überzeugt, und ich habe das Handballspielen erst einmal wieder sein lassen. Erst im zweiten Anlauf, mit einem damaligen Schulfreund zusammen, hat mich der Sport dann gepackt – und seitdem nicht mehr losgelassen.


Wie bitte, Fußball hatte bei dir die erste Chance – bei einem so handballverrückten Vater?

Paul Baum: Stimmt, mein Vater Wolfgang spielt seit seiner Jugend Handball und tut dies heute in der vierten Mannschaft des HC Gonsenheim noch immer.

Und zählt dort zu den erfolgreichsten Kreisläufern der B-Klasse …

Paul Baum: Ja, er macht das schon gut, wie ich im ersten Vater-Sohn-Duell im Dezember mit der Budenheimer VIERTEN selbst festgestellt habe. Dass ich also Handballer werde und kein Fußballer, war irgendwie vorprogrammiert.

 

Steckbrief Paul Baum

Spitzname: Paulaner
Geburtstag und Ort: 4. März 2000 in Wiesbaden
Größe: 1,79 cm
Gewicht: 71 kg
Wurfhand: Rechts
Stammposition: Rückraum Mitte
Aufgewachsen in Mainz-Gonsenheim


Finn, bist du handballmäßig ebenfalls familiär vorbelastet?

Finn Engelmann:
Ja, definitiv: Meine Eltern Dorit und Christian haben beide ihn ihrer Jugend Handball gespielt, und mein Vater ist heute noch sehr aktiv bei der SG Bretzenheim. Allerdings nicht mehr als Spieler, sondern er kümmert sich als Männerwart vor allem um die organisatorischen Dinge der Herrenmannschaften.

Wie war dein Start als Handballspieler?

Finn Engelmann: Ich bin wie Paulaner auch mit fünf Jahren durch meine Eltern zum Handball gekommen. Später habe ich immer wieder mal andere Sportarten ausprobiert, aber beim Handball bin ich immer geblieben.


Steckbrief Finn Engelmann

Geburtstag und Ort: 22. Mai 2001 in Seeheim-Jugenheim

Größe:1,96 m
Gewicht:102 kg
Wurfhand: Rechts
Stammposition: Rückraum links
Aufgewachsen in Mainz-Bretzenheim


Wann habt ihr entdeckt, dass ihr außergewöhnlich viel Talent mitbringt?

Paul Baum: Also wirklich aufgefallen ist mir das erst, als ich die ersten Erfolge mit der Budenheimer C-Jugend feiern durfte. Rückblickend hätte mir das aber auch ein bisschen früher auffallen können. So durfte ich in meiner Gonsenheimer Zeit immer schon einen Jahrgang höher spielen. Insgesamt aber würde ich sagen, dass erst in Budenheim langsam der Leistungsgedanke in den Vordergrund gerückt ist. Und kein Talent bringt etwas, wenn es nicht gefördert wird.

Finn Engelmann: Bei mir ging es auch in der C-Jugend los, als ich bei den Älteren mittrainieren durfte und meine ersten Spiele bei denen gemacht habe. Da habe ich dann auch angefangen, mehr als ein bis zwei Mal die Woche zu trainieren. Auch als es damals mit der Rheinhessen-Auswahl losging und ich mich mit Leuten aus ganz Rheinhessen und später Rheinland/Pfalz vergleichen konnte, habe ich festgestellt, dass ich mit den Besten sehr gut mithalten konnte

An welches Spiel habt ihr besondere Erinnerungen?

Finn Engelmann: Bei mir sind das alle Spiele der Gruppenphase vom Länderpokal im Dezember 2017 in Berlin. Wir hatten mit dem Team Rheinland-Pfalz auf unseren Vorbereitungsturnieren relativ schlecht abgeschnitten und hatten daher keine hohen Erwartungen an den Verlauf des Turniers. Doch dann haben wir sämtliche Spiele gewonnen und sind sensationell Gruppensieger geworden.

Paul Baum: Bei mir ist es ganz klar unser Rückspiel gegen den SC DHfK Leipzig im vergangenen Jahr mit der Budenheimer A-Jugend in der Jugendbundesliga. Im Hinspiel hatten wir den Leipzigern lange Zeit Paroli geboten und erst in der Endphase knapp mit 31:28 verloren. Jeder dachte, als eine der besten Mannschaften Deutschlands und aktueller Tabellenführer würde Leipzig jetzt das – aus ihrer Sicht – schlechte Hinspielergebnis geraderücken und uns in unsere Einzelteile zerlegen. Wir hatten ja zu diesem Zeitpunkt überhaupt erst einen einzigen Sieg geholt.

Anders als im Hinspiel war der Favorit diesmal gewarnt.

Paul Baum: Ja, die wussten genau, was auf sie zukommt und hatten sich trotz der Tabellenkonstellation Erster gegen Letzter sicherlich gut auf uns vorbereitet. Doch dann waren wir es, die die Leipziger mit einem 37:24-Kantersieg aus der Budenheimer Waldsporthalle geschossen haben. Weil es bis heute Gerüchte gibt, will ich hier einmal klar sagen: Es waren die Leipziger ersten Sechs, die damals auf dem Feld standen – und nicht die zweite Garde. Das war einfach ein herausragendes Spiel von uns, das gezeigt hat, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Volker Schuster hatte uns da übrigens erst wenige Tage zuvor übernommen, es war sein erstes Spiel als unser A-Jugend-Coach.

Was waren - außer dem Leipzig-Spiel bzw. dem Länderpokal 2017 - eure bislang größten Erfolge?

Finn Engelmann: Das waren die Sichtung für die Jugend-Nationalmannschaft mit der RLP-Auswahl und die Bundesliga-Quali mit den Sportfreunden Budenheim im vergangenen Jahr.

Paul Baum: Bei mir waren es der Titel in der B-Jugend-Oberliga und die anschließende Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. Und natürlich die zwei Jahre in der Jugendbundesliga Handball.

Was sind eure besonderen Stärken?

Paul Baum: Ich bin ein sehr schneller Spieler mit einer ganz guten Körpertäuschung. Daraus resultiert auch ein gutes Zusammenspiel mit meinem jeweiligen Kreisläufer.

Finn Engelmann: Bei mir ist es sicherlich meine für mein Alter ausgeprägte Körperlichkeit. Dadurch fällt es mir natürlich leichter, vorne aus dem Rückraum zu werfen und hinten in der Abwehr Verantwortung zu übernehmen.

Für die, die dich noch nicht kennen, Finn – beschreibe mal bitte deine Körperlichkeit.

Finn Engelmann: Naja ich war schon gegen Ende der B-Jugend etwa 1,95 Meter groß und gehe nun inzwischen seit drei Jahren neben dem Handball ins Fitnessstudio. Dadurch bin ich, vor allem in der Jugend, vielen Gegenspielern überlegen.

Paul Baum: Das kann ich nur bestätigen.

Paulaner, du bist ein ganz anderer Spielertyp. Beschreibe doch mal bitte deine Körperlichkeit.

Paul Baum: Ich bin für einen Rückraumspieler mit 1,79 Metern natürlich relativ klein. Mein mit 71 Kilogramm eher geringes Gewicht kommt mir bei meiner aktuellen Spielweise eher zugute. Mein Ziel muss natürlich trotzdem sein, jetzt an Masse zuzulegen.

Das leitet schon zur nächsten Frage über: In welchen Punkten wollt ihr euch am meisten verbessern?

Finn Engelmann: Vorne im Angriff auf jeden Fall beim Zusammenspiel mit dem Kreis. Und in der Abwehr vor allem im Zentrum im Zusammenspiel und Kommunikation mit meinen Nebenmännern

Paul Baum: Ich möchte aus der zweiten Reihe effektiver werden. Außerdem will ich noch mehr lernen, für meine Nebenmänner zu spielen. Die erste Mannschaft hat die Spieler dazu auf der linken und rechten Rückraumposition, sodass der Mittelmann weniger gezwungen ist, immer selber das Tor zu machen.

In dieser aktuellen Saison seid ihr beide Budenheimer, habt aber, außer in der verpassten Bundesliga-Quali, nie mit- aber einmal sogar gegeneinander gespielt. Klingt kurios, ist aber so. Erkläre mal bitte, wie das kommt, Finn.

Finn Engelmann: Das kommt daher, dass ich vor der Bundesliga-Quali aus Bretzenheim zur Budenheimer A-Jugend gekommen bin. Mein Aktivenspielrecht übe ich jedoch bis zum Ende dieser Saison für die Bretzenheimer Herren I aus, wo ich in der Rheinhessenliga spiele. Nachdem wir mit der Budenheimer A-Jugend in der zweiten JBLH-Qualirunde gescheitert sind, hat Paul beschlossen, sein letztes Jugendjahr trotzdem Jugendbundesliga Handball spielen zu wollen. Also ist er zur Wallau-Massenheimer A-Jugend gewechselt, spielt aber weiterhin in Budenheim in der zweiten Herrenmannschaft.

Ebenfalls in der Rheinhessenliga.


Finn Engelmann: Genau, also genau umgekehrt wie bei mir. So sind wir dieses Jahr im Aktivenbereich im Spiel Budenheim II - Bretzenheim I ein Mal aufeinandergetroffen. Beim Rückspiel waren wir beide mit unserer Jugend-Oberliga bzw. -Bundesligamannschaft unterwegs.

Ihr helft beide in dieser Saison bei den Aktiven nicht nur aus, sondern ihr seid in euren Rheinessenliga-Teams bereits feste Stützen. Wo liegen für euch persönlich die größten Unterschiede zwischen Jugend- und Erwachsenen-Handball?

Paul Baum: Der Jugendhandball, den ich gerade in den höheren Klassen kennengelernt habe, ist sehr modern. Man trifft auf variable Abwehrsysteme und muss sich immer neu einstellen. Viele Mannschaften im Aktivenbereich – gerade in der Rheinhessenliga – leben von ihrer Erfahrung. Gegen eine andere Abwehrformation als die 6:0 habe ich bei den Aktiven fast noch nicht gespielt. Ich hoffe, das ändert sich dann nächstes Jahr.

Und du Finn - hoffst du das auch? (lacht)

Finn Engelmann: Nein, natürlich nicht (lacht). Die überwiegend defensiven Abwehrreihen spielen mir bei meinen körperlichen Voraussetzungen natürlich erheblich besser in die Karten als das bei Paul der Fall ist. Das ist auch der Grund, weshalb mir der Aktivenhandball mehr liegt als der Jugendhandball. Wegen mir kann das in der Herren-Oberliga gerne auch so weitergehen, wie ich es in der Rheinhessenliga kennengelernt habe.

Nun stehst du, Finn, mit deinen dann 18 Jahren, und du, Paul, mit deinen 19 Jahren, vor eurer ersten Oberligasaison im Aktivenbereich. Hättet ihr gedacht, dass der Sprung so schnell gelingt?

Finn Engelmann: Das hätte ich sogar noch vor einem Jahr nie so schnell erwartet. Erst als ich dann im vergangenen Sommer/Herbst das erste Mal mit Volker Schuster und der Ersten Mannschaft in Kontakt kam und ich in der Rheinhessenliga schon sehr früh sehr viel spielen durfte, wurden mir diese Möglichkeiten bewusst.

Paul Baum: Bei mir war es auch eher ein Resultat aus der aktuellen Saison mit der Zwoten. Ich habe gemerkt, dass ich im Aktivenbereich gut mitspielen kann. Wenn der Verein dann eine erste Mannschaft in der Oberliga RPS hat, mit Volker Schuster als Trainer, den ich sehr gut kenne und der mich schon in der Budenheimer JBLH-Saison trainiert hat, dann ist das natürlich ein logischer Schritt. Aber nein, gerechnet habe ich damit nicht - ich schaue eigentlich immer von Saison zu Saison.

Finn Engelmann: Paulaner hat Recht, er übernimmt jetzt schon viel Verantwortung für einen A-Jugendlichen, da ist es einfach die logische Konsequenz, ihn auf das nächste Level zu heben.


Und das sagt Trainer Volker Schuster

„Ich freue mich, nach Benni Glindemann und Tobi Weyrich im vergangenen Jahr nun erneut zwei Spieler aus den eigenen Reihen im Kader aufnehmen zu können, denn genau das muss das Ziel unserer Jugend- und Nachwuchsarbeit sein: Eigengewächse im Kader schaffen Identität zum Verein und Bezug zum Publikum.

Paul ist ein sehr cleverer Handballer, der das Spiel verstanden hat. Wir werden viel Freude mit seiner Schnelligkeit haben, körperlich muss er für die vierte Liga aber noch zulegen.

Finn ist sehr robust und agil für sein Alter. Er muss sich seine Position in der Abwehr erkämpfen und erarbeiten. Im Angriff muss sein Wurfbild variabler werden, damit er sich zum Shooter entwickeln kann.“


Die Jüngsten üben in Aktiventeams traditionell eine wichtige Rolle aus – wenn es etwa darum geht, den Älteren die Getränke anzureichen. In welcher Rolle seht ihr euch in eurem ersten Herren-I-Jahr darüber hinaus?

Paul Baum:
Ich denke man sollte einfach immer alles geben. Viele Jungs aus der ERSTEN sind erfahrene Oberligaspieler, von denen ich sicherlich viel lernen kann. Punktuell können wir aber sicher beide unsere Stärken einbringen und der Mannschaft rein sportlich weiterhelfen.

Finn Engelmann: Genau, von den Erfahrenen gilt es natürlich viel zu lernen. Je nachdem, wie die Personalsituation aussieht und ob sich Leute verletzen, gilt es dann natürlich, unsere Einsatzzeit zu nutzen, um der Mannschaft so gut wie möglich zu helfen.

Was sind eure persönlichen Ziele, und was wollt ihr mit den Sportfreunden erreichen?

Finn Engelmann:
Ich will möglichst viele Erfahrungen sammeln, mich bestmöglich einbringen und so viele Spiele wie möglich gewinnen. Ob das dann wieder so gut laufen wird wie die meiste Zeit in dieser Saison, werden wir sehen. Langfristig wäre es natürlich toll, den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen, den wir ja die vergangenen Jahre mehrfach nur knapp verpasst haben.


Paul Baum: Wir werden wieder die Möglichkeit haben, ganz oben in der Oberliga mitzuspielen. Wie viel ich persönlich dazu beitragen kann, ist erst einmal zweitrangig. Ähnlich wie Finn möchte ich mich handballerisch weiterentwickeln und mich langfristig im Team etablieren.

Das Interview führte Ingo Fischer.


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