Neuzugang Eike Rigterink: "Spaß am Handball ist meine besondere Stärke"

Eike_700.jpgEinziger externer Neuzugang bei den Herren I in der neuen Saison: Eike Rigterink. Foto: Sportfreunde Budenheim

Neuzugang Eike Rigterink im Interview

„Spaß am Handball ist meine besondere Stärke“
 
Es kommt nun wirklich nicht alle Tage vor, dass wir in Budenheim einen neuen Spieler in unseren Reihen begrüßen dürfen, der Europacup- und Champions-League-Erfahrung mitbringt. Doch nun ist es soweit: Unser einziger externen Neuzugang für die Erste, der 27-jährige Kreisläufer Eike Rigterink, hat das Handballspielen bei der HSG Nordhorn erlernt und zwischenzeitlich bei den Rhein-Neckar Löwen gespielt. Im Interview stellt er sich vor und spricht über seine Ziele mit den Sportfreunden.


Herzlich willkommen in Budenheim, Eike! Was verschlägt einen ehemaligen Profi mit Bundesliga-, Europacup- und Champions-League-Erfahrung zu uns nach Rheinhessen?

Eike Rigterink
: In erster Linie die Arbeit, ich bin im elterlichen Logistik-Betrieb mit Niederlassung in Flörsheim untergekommen. Eigentlich wollte ich mich in Budenheim nur ein bisschen im Training mit der Ersten fit halten. Da mir das Team und der Trainerstab aber so gut gefallen haben, wollte ich dann doch auch spielen. Dazu kommt, dass ich in Mainz wohne. Da bietet sich der Weg nach Budenheim quasi an.

Weißt Du noch, was am 30. Mai 2009 war?

Leider kann ich mich an dieses Datum ziemlich gut erinnern.

Da hast Du als Spieler der HSG Nordhorn ganz knapp den Titel im Europacup der Pokalsieger gegen BM Valladolid verpasst. Wie war das für Dich als damals 19-jähriger Spieler, dort im Finale aufzulaufen und um den Europacup-Titel zu spielen?

Vielleicht sollte ich da etwas früher anfangen: Ich habe das Handballspielen sehr früh in Nordhorn begonnen und damals für den Verein gelebt. Bei den Spielen der Ersten war ich schon als Junge immer dabei gewesen und habe auch so oft es ging beim Training zugeschaut. Daher war es einfach ein unglaubliches Gefühl, selbst dabei zu sein. Und dann diese beiden Finalspiele! Valladolid gewann bei Punkt- und Torgleichheit nur aufgrund der auswärts mehr geworfenen Tore. Dass am Ende nur ein Tor gefehlt hat, macht die ganze Sache ein bisschen tragisch. Aber ich konnte in der Zeit im Training mit der ersten Mannschaft sehr viel lernen und das hilft.

Und heute, mit Abstand betrachtet?

Diese Momente bleiben natürlich für immer. Das kann ich nicht anders sagen. Jetzt blicke ich mit Stolz auf das Europacup-Finale zurück.

In den Folgejahren hast Du zunächst weiter an Deiner Profikarriere gearbeitet, bist zu den Rhein-Neckar-Löwen gegangen und hast dort u.a. Champions-League gespielt. Was war der Grund, weshalb du 2011 zur SG Leutershausen gewechselt bist?

Mit ein bisschen Abstand betrachtet war der Wechsel zu den Löwen, sportlich gesehen, nicht das Schlauste und kam zu früh für mich. Ich war aber jung und habe mir gedacht: ‚So eine Chance kommt nur ein Mal.‘ Ich habe viel trainieren können, war sicherlich auch mal dabei, jedoch nur auf der Bank oder in den berühmten Minuten am Ende. Da habe ich gemerkt, dass es noch ein sehr weiter Weg ist und dass ich noch nicht bereit war für die erste Liga. Ich wollte spielen, deshalb bin ich zur SG Leutershausen in die dritte Liga gewechselt. Dort habe ich deutlich mehr Einsatzzeiten bekommen und mich sehr wohl gefühlt. Wir sind dann ja auch in die zweite Liga aufgestiegen.

Hast Du es je bereut, Nordhorn verlassen zu haben?

Ich habe viele Freunde in Heidelberg und Mannheim gewonnen, was mir persönlich sehr viel gegeben hat. Von daher gab es gute und schlechte Seiten am Wechsel in den Süden Deutschlands.

Während Deiner Leutershausen-Zeit kamst Du in ein Alter, in dem Du eine wichtige persönliche Entscheidung treffen musstest – wie sah diese aus?

Genau, irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem ich überlegen musste, was das Beste für meine Zukunft ist. Entweder ich setze alles auf eine Karte versuche weiter hart zu arbeiten, spiele Handball und lass dabei noch ein paar Jahre ins Land gehen. Oder ich studiere, sehe den Handball als Ausgleich und steige voll in den Betrieb ein. Da war die Entscheidung schnell gefallen – und wie ich jetzt sehe und merke, habe ich die richtige Wahl zur richtigen Zeit getroffen.

Nachdem Du also deine Prioritäten zunächst neu gesetzt hattest, hast Du im vergangenen Jahr die Handballschuhe dann zunächst ganz an den Nagel gehängt. Was war der Grund?

Zumindest auf dem Papier war das ganz einfach: Ich wollte schnell mein Studium beenden und in die Arbeitswelt eintauchen. Da war die Zeit nicht mehr so da, um beim Handball 100 Prozent zu geben. Die Rechnung hatte ich allerdings ohne meinen Verstand gemacht, der mich immer irgendwie zurück aufs Parkett geführt hat. Ganz aufhören ging und geht einfach noch nicht. Wie heißt es doch so schön: „Du kannst weg vom Handball, aber der Handball kann nicht weg von dir!“

Dann war es weniger der Verstand als Dein Herz?

Du sprichst mir aus der Seele, wahrscheinlich habe ich die Rechnung ohne mein Herz gemacht.

Du hast dann recht schnell Dein Comeback beim der SG Nussloch in der dritten Liga gegeben, und nun also Budenheim. Wie schätzt Du Dein neues Team ein?

Sehr gut, wir haben eine sehr dynamische Truppe zusammen. Mit einer gewaltigen Stimmung. Es macht einfach Spaß, im Training zu sein. Ich denke, wir können als Team einiges bewegen.

Wie willst Du Dein Team unterstützen - was sind Deine besonderen Stärken?

Natürlich werde ich das Team unterstützen, wo es nur geht. Ich bin den Jungs auch dankbar, dass ich ein paar Freiheiten habe und mich eher auf die Arbeit konzentrieren kann als auf den Sport. Ich will mich bestmöglich einbringen - auf und neben dem Feld. Und meine Stärken sollten andere beurteilen – ich spiele einfach Handball und habe richtig Spaß dabei. Vielleicht ist genau das meine Stärke.

Welche Erwartungen hast Du an die Saison?

Das ist schwierig für mich, da ich Gegner und Liga nicht kenne. Aber ich weiß, dass wir letztes Jahr dritter oder vierter geworden sind und rein vom Bild der Mannschaft her ist alles so zusammen geblieben. Warum dann nicht genauso oder noch besser abschneiden? Ich bin der Meinung, dass man sich hohe Ziele setzen sollte.

Vierter in der vorigen Saison.

Ja Vierter, warum dann nicht Dritter oder Zweiter? Wobei - Zweiter ist der erste Verlierer, und ich kann nicht gut verlieren. Also was bleibt dann noch übrig? (zwinkert)

Ist Budenheim ein Zwischenschritt für Dich, oder kannst Du Dir vorstellen, länger bei uns zu bleiben – und, wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?

So viele Gedanken habe ich mir nicht darüber gemacht. Ich bin froh, dass ich einen Verein wie Budenheim gefunden habe. Es passt von allen Seiten her. Ich werde sehr wahrscheinlich noch länger in der Region bleiben, und warum soll ich, solange es passt, etwas anders machen?

Am Samstag startet die Saison mit dem Auswärtsspiel gegen Friesenheim II – holen wir da den ersten Zweier?

Natürlich!

Vielen Dank, Eike, und viel Spaß und Erfolg in der Saison!



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