Mit Video! "Dreckiger" Sieg der ERSTEN gegen Merzig-Hilbringen

Zum Abspielen des Beitrags bitte auf das Foto klicken. Video: Sportfreunde Budenheim

Sportfreunde Budenheim Herren I – HSV Merzig-Hilbringen 22:21 (9:9)
Lucky Punch in der „Nachspielzeit“
 
Haben die Sportfreunde trotz der Warnung ihres Trainers Thomas Gölzenleuchter die Gäste aus dem Saarland unterschätzt? Oder wie ist es sonst zu erklären, dass die bislang heimstarken und seit nunmehr sieben Spieltagen siegreichen Oberliga-Handballer aus Budenheim ausgerechnet im Heimspiel gegen den Tabellenletzten HSV Merzig-Hilbringen nicht nur strauchelten, sondern eigentlich schon am Boden lagen? Dass es am Ende doch noch zu einem „dreckigen“ 22:21-Sieg reichte, ist ein echtes Handballwunder – und verdammt bitter für die Gäste, die fünf (!) Sekunden vor dem Abpfiff noch den Ausgleich erzielt hatten.


Die Sportfreunde fanden vor gut gefüllter heimischer Kulisse gar nicht ins Spiel. Nach elf Spielminuten führte der Außenseiter mit 2:5. Zu viele technische Fehler (Abspiele, Fang-und Fußfehler sowie Stürmerfouls) kennzeichneten das SFB-Spiel in der ersten Hälfte.

Dann schien endlich der Knoten geplatzt zu sein: Der nach langer Verletzungspause erstmals wieder im Aufgebot stehende Lukas Scheer, Sören Dübal, Manuel Blezinger, Tristan Gräber und Lukas Nagel schossen die Gastgeber mit 9:6 in Führung. Doch anders als die Zuschauer in der „Grünen Hölle“ es erhofft hatten, bedeutete dieser 7:1-Lauf keinesfalls die Wende in diesem Spiel: Die Sportfreunde ließen weiterhin reihenweise „Hundertprozentige“ liegen, indem sie bei Siebenmetern und Tempogegenstößen wechselweise mal am Torwart und mal an Pfosten oder Latte scheiterten.

Dramatische Schlussphase

Der HSV kämpfte und kam mit simplem Sperren/Absetzen noch vor der Pause zum verdienten 9:9-Halbzeitstand. Ein schlechtes Omen für die zweite Spielhälfte? Es schien tatsächlich so: Merzig spielten seinen Part ruhig weiter und konnte sich gegen die zunehmend nervöser werdenden Sportfreunde bis zur 36. Minute auf 10:13 absetzen. Lange Zeit liefen die Gastgeber dem Rückstand hinterher, fabrizierten Stürmerfouls, Abspielfehler und Pfostenschüsse am Fließband und konnten sich bei ihrem fantastisch haltenden Torwart Christian Kosel bedanken, überhaupt noch im Spiel zu sein.

Es folgte eine denkwürdige Schlussphase in diesem niveauarmen, dafür aber umso spannenderen Spiel: In der 58. Minute gelingt Spätaufdreher Lukas Nagel erstmals in der zweiten Halbzeit der Ausgleich - 20:20. Die dramatische letzte Spielminute im Ticker: Siebenmeter für Merzig – Christian Kosel hält und verhindert die erneute Gästeführung – Lukas Nagel nimmt sich noch einmal ein Herz: Sein Schlagwurf wird abgefälscht, geht aber irgendwie, sehr, sehr glücklich ins Tor: 21:20, noch 17 Sekunden.

Sirene ertönt - Spiel geht weiter

Der Merziger Trainer nimmt seine letzte Auszeit, wechselt anschließend einen siebten Feldspieler für den Torwart ein. Sein Team versucht, in Überzahl eine Lücke in den Abwehrverband der Sportfreunde zu reißen – und das gelingt ihm fünf Sekunden vor dem Ende, als der Rechtsaußen Torwart Kosel überwindet und ins lange Eck zum 21:21 ausgleicht.

Normalerweise war es das: ein gerechtes Unentschieden. Merzig jubelt – etwas zu viel und zu früh, wie sich zeigen wird. Noch im Sitzen wirft Kosel den Ball nach vorne zu Budenheims Kreisläufer Kevin Knieps, der sofort registriert hat, dass das Tor der Gäste noch leer ist. Den Anwurf führt er mit einem direkten Torwurf aus, wird dabei jedoch von Merzigs Maurice Duchene regelwidrig behindert. Ein Pfiff, der Ball geht knapp links am Tor vorbei – unmittelbar danach ertönt die Schlusssirene.

H1_Hilbringen_700.jpgDrin issa! Manuel Blezinger setzt Merzig vom Siebenmeter-Strich matt. Foto: SF Budenheim / Ingo Fischer


Zu früh gefreut

Merzingen bejubelt den vermeintlichen Punktgewinn beim haushohen Favoriten - Budenheim protestiert. Die starken Schiedsrichter Bernhardt / Zick (Ludwigshafen), die das ganze Spiel schon souverän und unaufgeregt geleitet haben, versammeln sich an der Mittellinie und beraten etwa eine Minute lang. Dann die Entscheidung: Duchene erhält wegen der groben Regelwidrigkeit völlig regelkonform die Rote Karte. Für die Gäste noch schlimmer: Ebenfalls völlig regelkonform bekommen die Gastgeber einen Siebenmeter zugesprochen. ("Begeht ein Abwehrspieler in den letzten dreißig Sekunden eine grobe Regelwidrigkeit oder unterbindet regelwidrig eine Wurfausführung (Anwurf, Abwurf, Freiwurf, Einwurf), erhält er nun eine rote Karte ohne Bericht - und die andere Mannschaft automatisch einen Siebenmeter.") Tumult auf der Gästebank und bei den Sportfreunden die bange Frage: Wer wirft?

Alle etatmäßigen Schützen hatten bereits zuvor mindestens einen Siebenmeter verworfen. „Ich mach‘ ihn rein“, sagt Manuel Blezinger da zu seinem Spielführer Philipp Becker. Er nimmt sich den Ball, geht zum Strich, wartet die langen Sekunden, bis der Schiedsrichter per Pfiff den Wurf freigibt – und trifft ins rechte untere Eck. 22:21 Endstand - grenzenloser Jubel bei Budenheimer Spielern und der großen Mehrzahl der Zuschauer.

Empathischer Trainer

„Die Oper ist eben erst aus, wenn die dicke Dame gesungen hat“, sagte Teambetreuer Edgar Antosch nach diesem denkwürdigen Spiel. SFB-Trainers Thomas Gölzenleuchter war dagegen weniger euphorisch: „Wir haben diesen Sieg wirklich nicht verdient“, sagte er der „Allgemeinen Zeitung“, „der Gegner hat mir am Ende richtig leid getan“.


Am kommenden Sonntag, 19. März, treten die Sportfreunde um 18.00 Uhr in der Wonnegauhalle auswärts gegen die TG Osthofen an. Antosch: „Hoffentlich gehen wir gegen den Tabellen-Vorletzten nicht so sorglos in das Match wie gegen Merzig-Hilbringen!“

Spieler und Tore: Christopher Puschmann und Christian Kosel im Tor; Tristan Gräber (3/2), Lorenzo Lang (1), Lukas Scheer (3), Sören Dübal (1), Lukas Nagel (5), Christopher Goetzien, Johannes Sturm, Marvin Heidig (1), Kevin Knieps (2), Philipp Becker (4) und Manuel Blezinger (2/1) auf dem Feld.

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