Ein weiteres Jahr: Alicia Soffel verlängert vorzeitig

02_Alicia_Vertrag.jpgRückraum-Toptalent Alicia "Alice" Soffel. Foto: FSV Mainz 05 / Ralf Bilo

Ein weiteres Jahr
Alicia Soffel verlängert vorzeitig
 
Einen Tag nach ihrem 18. Geburtstag hat Jugendnationalspielerin Alicia ihren im Mai 2018 auslaufenden Vertrag mit der FSG FSV Mainz 05/ Sportfreunde Budenheim vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.
Auch wenn es am Samstag mit zwei Punkten zum Geburtstag nicht geklappt hat, freut sich Manager Karl-Heinz Elsäßer, zum 18. einen Bundesliga-Pass übergeben zu können. Top-Talent Alicia Soffel bleibt für zwei weitere Jahre ein Teil der „Meenzer Dynamites“. „Alicia steht seit ihren Leistungen bei der Deutschen B-Jugendmeisterschaft und aktuell in der 2. Bundesliga in einigen Notizbüchern der Bundesliga-Scouts und ist gerade auch auf einem sehr guten Weg im Junioren-Nationalteam. Wir sind sehr stolz, dass wir sie mit dem leistungsorientierten Gesamtpaket überzeugen konnten und sie der FSG erhalten bleibt.“

Trainer Thomas Zeitz ist ebenfalls von „Alice“ überzeugt: „Alice hat in den letzten Monaten einen ordentlichen Sprung nach vorne gemacht. Gerade was das Zusammenspiel in der Kleingruppe und Ihr Abwehrverhalten angeht, hat sie sich gut entwickelt. Sie ist ein wichtiger Teil unseres Konzeptes, ein vollwertiger Bestandteil unserer aktuellen Zweitliga-Mannschaft und ein wichtiger Baustein für die Zukunft! Sie hat Ihr Talent, den unbändigen Willen und die körperlichen Voraussetzungen in die Wiege gelegt bekommen. Nun können wir gezielt weiter an den handballerischen und spieltaktischen Dingen arbeiten. Ich freue mich sehr, weil ich überzeugt davon bin, dass wir Alice noch einiges mit auf den Weg geben können. Und ich denke, auch Alice hat bei Ihrer Entscheidung in Mainz zu bleiben, die Entwicklung der letzten Monate berücksichtigt. Wir sind gemeinsam mit unserem Konzept auf einem guten Weg und es ist schön, dass Alice mit uns diesen Weg weitergeht.“

„Fühle mich Wohl in meinen Teams“

Alice schätzt „das Vertrauen, dass mir hier von den Trainern – vor allem gerade in der zweiten Bundesliga - geschenkt wird. Das ist einer der Hauptgründe, warum ich überhaupt jetzt schon auf diesem Niveau spiele, und außerdem fühle ich mich sehr wohl in meinen Teams!“

Geboren wurde Alicia Soffel in Meisenheim, aufgewachsen ist sie im nahegelegenen Raumbach. Der klassisch „Schuldige“, dass das Talent überhaupt den Weg zum Handball fand, war Markus Soffel. Er spielte lange selbst  für die erste Mannschaft des SSV Meisenheim, war zeitweise sogar deren Spielertrainer. "Papa war ein ganz schöner Handball-Verrückter", erinnert sich Alicia. "Er hat mich immer mit in die Halle genommen, und irgendwann bin ich dann auch ins Training gegangen." Da war Alicia sechseinhalb Jahre alt.

Aushängeschild

Bis zu ihrem zweiten C-Jugend-Jahr blieb Alicia Soffel beim SSV. Dann wechselte sie zu den SF Budenheim, ein erster wesentlicher Baustein für ihre heutigen Leistungen. Die sehr guten Anlagen und körperlichen Voraussetzungen der 1,76 m großen Rechtshänderin brauchten einfach eine intensivere Förderung und stärkere Gegnerinnen, um sich weiter entwickeln zu können. Deshalb spielte sie von Beginn an bei den Sportfreunden nicht nur in der eigentlichen, sondern immer auch in der älteren Jugend. Und auch die höhere Trainingsintensität war genau das Richtige. Recht schnell wurde Alicia zu einem der Aushängeschilder für den Budenheimer Mädchen-Handball.

Mit dem Zusammenschluss der DJK Sportfreunde Budenheim und des 1. FSV Mainz 05 zur FSG Mainz 05/Budenheim bot sich dann für sie die Möglichkeit, dem Leistungs-Förderkonzeptes der beiden Vereine entsprechend, in der A-Jugend-Bundesliga und in den beiden Damenteams in der Oberliga und 2. Bundesliga zu spielen. Der nächste konsequente Schritt für das große Talent. Dies war aber nur über einen Umzug und Schulwechsel zu realisieren.

Stolzer Vater

Alicia ist froh, dass ihre Eltern ihr diese Chance überhaupt ermöglicht haben: „Ich muss klar sagen, dass ich es meinen Eltern zu verdanken habe, dass ich überhaupt so weit gekommen bin. Wenn sie nicht zugestimmt hätten, dass ich mit 16 ausziehen darf, um in Budenheim bei einer befreundeten Familie zu wohnen und in Mainz in die Schule zu gehen, hätte ich diesen sportlichen Weg bis hierher gar nicht gehen können. Und auch in den nächsten beiden Jahren sind die „Meenzer Dynamites“ genau das Richtige für mich“.

Ihr treuester Fan ist immer noch Vater Markus, der sehr stolz ist, dass seine Tochter jetzt den ersten Bundesliga-Vertrag unterschrieben hat. „Alicia hat einige Jahre viel Mühe auf sich genommen um Handball auf hohem Niveau spielen zu können. Angefangen von mehrmals in der Woche stundenlang mit Bus und Bahn zum Training fahren und dabei Hausaufgaben machen, bis zu ihrem frühem Auszug von zu Hause, um nur zwei Punkte zu nennen. Wichtig für sie und ihre guten Leistungen ist, dass sie sich in Ihrer Mannschaft gut aufgehoben fühlt. Deswegen freue ich mich umso mehr, dass sie sich dazu entschlossen hat noch weitere zwei Jahre in Mainz zu bleiben. Die Möglichkeit, mit „ihren Mädels in der A Jugend“ und den „Damen“, bei denen Sie sich so gut aufgehoben fühlt und auf höchstem Niveau trainieren und spielen kann, ist einfach die ideale Entwicklungsplattform für sie. Die bisherigen Erfolge wie der 3. Platz bei der Deutschen B-Jugendmeisterschaft, und jetzt die erneute Qualifikation für die Jugend-Bundesliga, ihre Leistungen in der zweiten Bundesliga oder ihre erneute Berufung für den DHB-Juniorinnen-Kader sprechen da für sich.“

Vorbild Meike Schmelzer

Der Ansatz von Thomas Zeitz, auch den jungen Talenten mit Spielanteilen in der 2. Bundesliga zu vertrauen, ist auch beim DHB positiv aufgenommen worden. Ein kleines bisschen träumt Alicia deshalb in der weiteren Zukunft vom Weg von Meike Schmelzer: „Das ist echt krass, was die Meike gemacht hat. Von Mainz direkt zum Deutschen Meister und ins Nationalteam. Sie ist schon ein Vorbild.“

Aber jetzt geht es erst mal darum, dass sie nach ihrer Bänderverletzung wieder „mitmischen“ kann, um mit den „Meenzer Dynamites“ wichtige Punkte in der 2. Bundesliga zu sammeln und mit den „Dynamighties“ möglichst weit in der Deutschen A-Jugendmeisterschaft zu kommen.

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