Nachruf: Zum Tod von "Achim" Sempff

AchimSempffSpieler_Combo_70.jpg“Achim“ Sempff war in den 1970er-Jahre am sportlichen Aufstieg der Sportfreunde beteiligt. Foto: Privat, Kombo: SFB

Zum Tod von Joachim „Achim“ Sempff
Tänzer und Flieger auf dem Handballfeld

Mit Bestürzung und großer Trauer haben insbesondere die Handballer in Mombach und Budenheim auf den Tod von Achim Sempff reagiert. Der 73-Jährige verstarb am 11. Februar 2018 "plötzlich und unerwartet" – wie es in der Traueranzeige der Familie heißt. Dem Vernehmen nach soll Achim am Fastnachtssonntag in der Küche zusammengebrochen sein. Wenige Stunden nach der Einlieferung ins Krankenhaus sei er verstorben. Die Trauerfeier findet am kommenden Freitag (23. Februar) um 11 Uhr auf dem Budenheimer Friedhof statt.


Wer Achim Sempff kannte, wusste um seine Leidenschaft für den Handball und seine damit verbundenen Erfolge. Er war einer der wenigen Handballspieler aus Rheinhessen, die den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft schafften.

Der gebürtige Mombacher besaß als Rückraumspieler eine überragende Sprung- und Wurfkraft. Wenn er mit seiner Körpergröße hochsprang und damit im Bereich von zirka 2,50 Meter "schwebte", hätte er sich jede Ecke des gegnerischen Tores aussuchen können – doch sehr oft entschied er sich für die Variante Aufsetzer. Diese Bälle sind für Torhüter die tückischsten. Auch die spielerischen Fähigkeiten, mit einem sicheren Auge für einen zielführenden Pass oder virtuose Anspiele an den Kreis, zeugten von einem hohen handballerischen Potenzial.

"Sempff'sche Pirouette“ beim Siebenmeter

Unvergessen auch seine "Dreher" beim Siebenmeterwurf. Jahrelang wurde diese Sempff'sche Pirouette von den Handballexperten diskutiert. Viele hielten diese Wurfvariante für nicht regelkonform. Dennoch war sie es, denn beide Füße standen nach der Drehung wieder fest vor der Siebenmeterlinie, ehe der Wurf erfolgte.

Geboren am 9. März 1944, erlernte Achim Sempff bei der TSG Eintracht Mombach mit 14 Jahren das Handballspiel. Schnell war klar, hier wächst ein Riesentalent heran. Als 1966 die zweistaffelige Handball-Bundesliga in Feld und Halle gegründet wurde, war Achim Sempff mit von der Partie. 1966 hatte er sich dem Gründungsmitglied SG Leutershausen angeschlossen. Noch im gleichen Jahr absolvierte der Jungstar sein erstes Länderspiel mit der deutschen B-Nationalmannschaft.

Am 29. Januar gewannen Sempff & Co. in der legendären Essener Grugahalle mit 17:13 Toren gegen Frankreich. Bis 1969 folgten weitere acht B-Länderspiele für den jungen Rheinhessen, der 1968 zum TSV Birkenau gewechselt war. Im Großfeld gelang Achim Sempff sogar einmal der Sprung in die A-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes. Am 5. Juli 1969 gewannen die deutschen Handballer in Offenbach mit 24:12 Toren gegen die Schweiz.


Karriereabschluss in Budenheim und Mombach

1974 kehrte Achim Sempff wieder ins Rheinhessische zurück. Mit "verwandtschaftlicher Unterstützung" gelang es den Sportfreunden Budenheim, die Handballgröße in die Blütengemeinde zu lotsen. Seine Frau Ingrid und er bauten vor Ort – und Achim ging mit den Budenheimer Handballern erfolgreich auf die Jagd nach Toren und Meistertiteln. In Feld und Halle. In dieser Zeit wurden in Budenheim die Grundlagen für die heutigen Handball-Erfolge gelegt.

Doch noch einmal wechselte Achim Sempff das Vereinstrikot. 1976 folgte er dem Ruf seines Heimatvereines Eintracht Mombach und agierte bis 1978 ebenfalls erfolgreich als Spielertrainer. Auch hier begannen anschließend für die erfolgsverwöhnte Eintracht wieder goldene Jahre in der Regionalliga.

Er wird seinen Mitspielern, vor allem aber seiner Frau und seinen Kindern Norman und Verena jetzt fehlen. Er war ein feiner Sportkamerad, ein begnadeter Handballer und ein geschätzter Mitmensch. Unsere Gedanken werden das Gedenken an ihn wachhalten!

Für die Handballer aus Mombach und Budenheim, die Achim nicht vergessen werden.


Hermann-Josef Berg

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