Dirk Rochow im Interview über die "JSG Boudenheim" und die Qualifikation zur weiblichen A-Jugend-Bundesliga

Bild IckeGünni Rodius von der Online-Zeitung www.handball-zeitung.de hat unseren Coach der weiblichen B-Jugend - Dirk Rochow - zur Bildung einer Spielgemeinschaft mit dem TV Bodenheim und der Qualifikation zur weiblichen A-Jugend-Bundesliga interviewt.

 

 

 

In der kommenden Saison gibt es neu die “JSG Boudenheim”

Aus dem Haupteinzugsgebiet der Handball-Zeitung hat sich die DJK Sportfreunde Budenheim zur weiblichen A-Jugend Bundesliga gemeldet und wird die Qualifikation spielen. Dazu und zu weiteren Themen befragte ich Trainer Dirk Rochow.

 

Günni Rodius: Wie optimistisch seid ihr, euch in eurer Gruppe durchsetzen zu können?
Ihr trefft ja auf SG BBM Bietigheim, H2Ku Herrenberg, SG Leonberg/ Eltingen und ESV 1927 Regensburg,

Dirk Rochow: Wir sind realistisch und erwarten nicht, uns direkt in der ersten Saison für die JHBL qualifizieren zu können. Jedoch werden wir alles daran setzen, dies eventuell doch zu schaffen.
Die Gruppengegner sind laut Papier zu stark und zu erfahren, als dass uns das auf Anhieb gelingt.

 

Wie würde eure Planung im Falle eines Nicht-Erfolges aussehen?

Eine Nichtqualifikation wäre für uns kein Beinbruch, da wir uns dann voll auf die wA-Oberliga RPS konzentrieren könnten und parallel die wA-Spielerinnen langsam in die Damenmannschaft eingliedern könnten.

Seid ihr eigentlich dann automatisch in der Oberliga RPS oder muss da eine zusätzliche Quali gespielt werden?

Wir sind automatisch in der Oberliga RPS, weil Rheinhessen in der Oberliga RPS zwei Startplätze hat, wir aber die einzigen Anwärter sind. Der zweite Startplatz wird daher nicht besetzt und dann den anderen Ländern angeboten. Mainz 05 hat leider die Jugendarbeit eingestellt und in Rheinhessen gibt es keine anderen Interessenten im wA-Bereich für die Oberliga. Leider hat die Qualität im weiblichen Bereich in den letzten Jahren in Rheinhessen kontinuierlich nachgelassen und somit sind im überregionalen Bereich ab der kommenden Saison nur noch die SG Bretzenheim im wB Bereich und wir in wB- und wA-Jugendbereich wettbewerbsfähig. Rest Fehlanzeige.

 

Wie beurteilst du deinen Kader für die Quali?

Mein Kader ist nicht riesig, aber dafür sehr ausgeglichen besetzt. Bei der wA gehen wir mit 12-13 Mädels in die JHBL-Quali. Diese Spielerinnen sind alle auf einem Level und vor allem bilden sie seit Jahren eine Einheit. Hier ist die Mannschaft der Star!

 

Würdet ihr euch angesichts einer erfolgreichen Bundesliga-Qualifikation verstärken?

Verstärkungen sind möglich und auch angedacht, aber kein Muss. Wir bieten ambitionierten Mädels weiterhin die Möglichkeit zu uns zu kommen, aber wir haben nicht groß und intensiv gesucht. Klar haben wir bei einigen Talenten aus der Region angefragt und sie im Training gehabt, aber entweder war den Kandidatinen der Aufwand und Intensität für die kommende Saison zu hoch oder die Entfernung nach Budenheim zum Training und Spiel zu groß. Aber wie gesagt, unser Kader steht und Verstärkungen wären und sind immer herzlich willkommen, aber nicht unbedingt von Nöten.

 

Wie ist Deine Einschätzung der laufenden wA-Punktrunde und euren Erfolgen dort?

Die laufende wA-Runde kann ich nicht präzise beurteilen, da mein Schwerpunkt diese Saison die wB war. Da wir aber mit lediglich 6 wA-Spielerinnen in die Runde gegangen sind, war von Anfang an klar, dass die wB voll und ganz die wA unterstützt. Dies wurde von meinen wB-Spielerinnen voll angenommen. Ich hatte dies auch von meinen wB-Spielerinnen eingefordert und wir haben hier nach dem Motto verfahren: „Wer nicht wA spielt, spielt auch nicht wB“! Und – die wB-Mädels haben dies bis jetzt mit Bravour gemeistert! Sie haben nicht nur Akzente gesetzt, sondern auch Spiele mit entschieden und gewonnen! In der wA haben sie sich die Härte und Abgezockheit für die wB geholt! Die wB-Spielerinnen hatten durch die Doppelbelastung hart zu kämpfen, aber auch auf die Zähne gebissen und gut mitgezogen. Schwerpunkt war diese Saison nicht unbedingt die wA, eher wB und Damen, wir wollten unseren talentierten 6 wA-Spielerinnen aber die Möglichkeit geben, wie in den Jahren davor auch, sich auf überregionaler Ebene zu messen. Leider ist das Niveau in der wA in Rheinhessen recht schwach und deshalb war die Oberliga unser Ziel. Und trotz des kleinen wA-Kaders und der Doppelbelastung der wA-Spielerinnen war dieser Schritt für unsere Spielerinnen der Richtige und hat nicht nur diese gefördert, sondern war auch extrem wichtig zur Förderung des wB Kaders. wB- und wA-Mädels bilden eine gesunde und harmonische Einheit und stellen die nahe Zukunft des Vereins dar!

 

Wie siehst du euren aktuellen 1994/95er Jahrgang im Vergleich zum kommenden 1995/96er Jahrgang?

Wir haben eine starken 1994er Jahrgang! 1995er leider Fehlanzeige! Die 94er spielen seit Jahren Oberliga/ Regionalliga und sind somit auch bestens für den Aktivenbereich vorbereitet. Diese 6 wA Mädels (94er) gehören schon fest zum Damenkader und sind hier nicht mehr weg zu denken! Auch der 96er Kader ist breit aufgestellt und spielt bereits 2 Jahre erfolgreich in der Oberliga.
Wir gehen nur mit den eingespielten 96er in die Quali und hinzu 2 bis 3 talentierte wB Spielerinnen. Darum ist ein Nichtqualifikation nicht unbedingt ein Beinbruch und wir nehmen die Quali als Standortbestimmung! Im weiblichen Bereich ist der Sprung von wB zu wA nicht so groß und da unsere Mädels schon wA Oberliga spielen, wissen wir was auf uns zukommt. Der 96er Jahrgang setzt sich überwiegend aus ehemaligen Spielerinnen der Rheinhessenauswahl zusammen. Nach dem Ende der Auswahlmaßnahmen hat man es geschafft, sich im Verein in Budenheim wieder zu treffen und gemeinsam auf Punktejagd zu gehen. Zusammen mit 2 bis 3 starken 97ern geht es nun kommende Saison in die neue Runde.

 

Welche Perspektiven haben Spielerinnen bei euch?

An der Perspektive wird gearbeitet. Unsere Damen spielen in der Rheinhessenliga, unter Oberliga, und hier noch sehr wechselhaft. Sind wir letzte Saison noch 4. geworden, wird es diese Saison wohl nur der 5. oder 6. Platz werden. Natürlich haben wir eine sehr junge Mannschaft, gehen wir doch mit einem Altersdurchschnitt von nur knapp 19 Jahren auf Punktejagd, aber aufgrund der Stärke des Kaders wäre ein Platz unter den ersten Drei Pflicht gewesen. Doch die Truppe arbeitet noch zu unbeständig im Training, spielt zu wechselhaft, einige Spielerinnen zu launisch und weitere zu unprofessionell mit dem Schwerpunkt halt eben nicht auf Handball. Daher soll in der kommen Saison der Kader aufgeteilt werden und die Hobby- und Freizeitspielerinnen bekommen die Möglichkeit, sich in einer zweiten Mannschaft zu engagieren. Somit sollen sich dann in der 1. Mannschaft nur noch die Spielerinnen wiederfinden, die auch in naher Zukunft den Schritt in die Oberliga machen wollen. Nur dies kann für unseren starken Unterbau in der Jugend das Ziel sein!

 

Wie ist die wirtschaftliche Herausforderung zu sehen?

Die wirtschaftliche Herausforderung in der jetzigen Form der JHBL wird enorm sein, aber realisierbar und nicht utopisch. Die Kosten werden mit einigen Kleinsponsoren und dem Verein zu stemmen sein und stellen nicht die Herausforderung dar.


Was ist deine Meinung zur Form der der Bundesliga-Quali, insbesondere dass 17 Mannschaften direkt für einen Bundesliga-Platz gesetzt wurden?

Dass viele Mannschaften gesetzt sind kann ich nicht beurteilen, vertraue hier aber dem DHB, da sie dies bestimmt mit Bedacht und aus gegebenen Gründen gemacht haben. Die JHBL sehe ich als sportliche Herausforderung und Standortbestimmung. Es bleibt abzuwarten, ob sich der gewünschte Erfolg einstellt. Ich persönlich begrüße diesen Schritt und anhand der zahlreichen Meldungen kann man auch sehen, dass dies wohl die Masse macht und so ein Fundament für eine erfolgreiche Zukunft einer wA-JHBL gegeben ist.

 

Wie siehst Du den Modus der wA-Jugendbundesliga bezogen auf die Turnierform?

Nur in dieser Form haben und hätten wir gemeldet! Alles andere wäre finanziell nicht zu stemmen gewesen.

 

Vielerorts wird die Unvereinbarkeit dieses Modus mit den Damen-Punktrunden krisisiert, wie sieht Du das?

Dieser Modus ist im ersten Jahr genau der Richtige. Wenn sich erst einmal alles gefunden und gesammelt hat, kann man über den nächsten Schritt nachdenken und evtl. wie bei der mA über regionale Staffeln nachdenken.

 

Wie lässt es sich vereinbaren, dass 16-19-jährige parallel A-Jugend und in Damenmannschaften spielen?

Dies ist sehr gut zu vereinbaren. Talentierte wA-/wB-Spielerinnen müssen zeitgerecht an den leistungsorientierten Aktivenhandball herangeführt werden. Wer leistungsorientiert in wB und wA spielt, geht aus der Erfahrung her gerne und frühzeitig in den Aktivenbereich. Natürlich sollte den Mädels hier eine attraktive und perspektivreiche Damenmannschaft zur Verfügung stehen. Wir praktizieren dieses Modell, wA und Damen / wB und wA / wC und wB, seit vielen Jahren und haben nur gute Erfahrungen gemacht. Es kommt immer auf die Dosis an und ab und zu sollte halt rotiert werden, damit nicht immer die gleichen Mädels gefordert sind und ihnen gegebenenfalls auch einmal eine Auszeit gegönnt wird. Wie gesagt, leistungsorientierte Mädels machen dies zur Masse freiwillig, es kommt halt auf die Dosis an und verheizt sollten sie nicht werden!

 

Wer steht dir als Betreuer / Physio / Manager etc. zur Seite?

Ich habe an meiner Seite einen sehr engagierten Physio, welcher sich mit seiner Praxis (Praxis Roland Schweisfurth), hier insbesondere seinem Fitnessstudio, und seiner Arbeitskraft zur Verfügung stellt. Ein nicht mehr weg zu denkender Faktor, da die Mädels mit ihren Verletzungen direkt versorgt und behandelt werden. Weitere Betreuer und Trainer stehen nicht zur Verfügung. Wir haben noch einen Torwarttrainer für die Mädels und arbeiten natürlich sehr eng mit dem Trainer der Damen zusammen.

 

Allerorten bilden sich wJSGen. Wie stehst du, bzw. die JSG SF Budenheim dazu, was macht ihr?

Die DJK SF Budenheim wird in der kommenden Runde mit dem TV Bodenheim die JSG Boudenheim bilden. Unser Verein ist dafür offen und darum dieser Schritt. Wir hätten diesen Schritt nicht unbedingt nötig gehabt, aber da wir nicht Vereine und ihre Jugendarbeit kaputt machen wollen, haben wir dem TV Bodenheim diese JSG angeboten, welche dann auch beschlossen wurde. Wir werden hier aber zielgerichtet nur im Bereich der wB und wC zusammen arbeiten. Die wA ist nicht direkt betroffen, da im wA-Bereich beim TV Bodenheim keine Spielerinnen für den wA-Oberligakader in Frage kommen. Die Vorteile einer JSG sehe ich in der Bündelung der Kräfte und dass die Mädels in dieser Konstellation die Chance haben, regional und überregional erfolgreich zu spielen und sich zu entwickeln. Da gerade im wC- und wB-Bereich in Bodenheim viele Talente vorhanden sind, ebenso wie in Budenheim, hatte sich diese Fusion mehr als angeboten. Solche Spielgemeinschaften sind heute von Nöten, damit die Vereine weiter funktionieren und auch evtl. überregional erfolgreich spielen können. Da in Rheinhessen, dem kleinsten Handballverband der Republik, die Qualität im Jugendbereich nicht unbedingt die Beste ist, beabsichtigen wir mit unseren Jugendlichen immer den Schritt in die Oberliga zu vollziehen.

 

Wenn ich dich richtig verstanden habe, umfasst die JSG (natürlich) alle Teams, also auch die wA wird also als JSG Boudenheim an den Start gegen, vielleicht in der wA-Bundesliga.

Ja, die JSG Boudenheim umfaßt natürlich auch die wA, vollkommen korrekt, aber da Bodenheim keine wA hat und auch keine Spielerinnen für eine JSG in dieser Altersklasse hat, betrifft die JSG vom Kader nicht Bodenheim. Die JSG ist nur für wC und wB interessant. Hier machen wir aus 2 Teams jeweils ein starkes Team. wD und wE bleiben auch in ihren Vereinen, treten aber als JSG Boudenheim an, da wir eine echte JSG machen.

 

Lieber Dirk, ich danke dir für das Interview.

Gerne geschehen!

 

3. Bericap-Lauf

3._Bericap-Lauf.jpg

Saisonheft 2017/2018

Final Saisonheft 2017 2018 Deckblatt

Die SFB-App

App Werbung

Wer ist online

Aktuell sind 37 Gäste und keine Mitglieder online

© Copyright “2017” DJK Sportfreunde Budenheim, Abt. Handball www.sportfreunde-handball.de

Joomla template by ByJoomla.com